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Zimbeln im Orientalischen Tanz
Ich bin eine Tanzlehrerin auf einer Mission… Ziel: möglichst vielen
Orientalischen Tanzschülerinnen die Freude am Zimbeln weiterzugeben!
Leider hat das Tanzen mit Zimbeln seit den frühen 1980er Jahren, als der
Orientalische Tanz in der Schweiz Einzug hielt, immer ein wenig den Status einer
Randsportart. Etwas, das man bei den wenigen Tänzerinnen, die es hier beherrschen,
zwar bewundert, aber für sich selber ausschliesst.
Nicht ganz unschuldig daran sind die Tanzlehrerinnen. Wenn sie
es selber nicht können, verkaufen sie das Zimblen oft als „schwierig“ und „für
Fortgeschrittene“ und schrecken damit selbst interessierte Schülerinnen
ab. Wenn sie das Zimbelspiel beherrschen, warten sie oft zu lange, bis sie damit
im Unterricht beginnen. Es ist nämlich eigentlich schwieriger, das Zimbeln
später noch zum Tanz hinzuzufügen, wenn die Bewegungsabläufe schon
eingeschliffen sind. Meiner Meinung nach sollte man das Tanzen mit Zimbeln möglichst
früh lernen, damit man sich daran gewöhnt, gleichzeitig
zu tanzen und die Finger rhythmisch zu bewegen.
Wie gut jemand zimbeln kann ist nämlich unabhängig vom tänzerischen
Können. Eigentlich kann man auch einfach im Takt gehen und dazu verschiedene
Zimbelmuster üben. Tanzrepertoire und Zimbelfertigkeit können
sich so zusammen entwickeln.
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Glücklicherweise hat meine erste Lehrerin
Layali Römer zu meinen Tanz-Anfangszeiten mehrmals die
damals sehr bekannte deutsche Tänzerin Nahema für
Zimbel-Workshops in ihr Studio eingeladen. Sie gab nicht
nur sehr guten Zimbel-Unterricht sondern hatte auch 1991
ein Buch mit verschiedenen Zimbelmustern und –techniken
herausgegeben, welches ich heute noch besitze.
Von Nahema lernte ich das kreative Zimbelspiel und dass
man beim Zimbel-lernen nie genug wiederholen kann…
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Danach hatte ich zwar längere Zimbel-Pausen,
aber als ich vor über 10 Jahren mit Tribal Style begann,
haben wir von Anfang an mit Zimbeln getanzt, und dieses regelmässige
Training hat mir Sicherheit und Routine beim zimbeln gegeben. In
diesem Video könnt Ihr uns in der Gruppe tanzen
und zimbeln sehen.
Wie sehr meine obige Aussage stimmt, dass es schwieriger
ist, Zimbeln zu eingefahrenen Bewegungsabläufen hinzuzufügen,
merkte ich dann aber am eigenen Leib, als ich versuchte,
Raqs Sharqi mit Zimbeln zu improvisieren. Vor lauter Konzentration
auf die Hände gingen sowohl Tanz als auch Ausdruck unter… Aber
die gute Nachricht beim Zimbeln ist ja, dass üben hilft! |
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So hatte ich intensiv
für eine Zimbel-Choreografie für die Gala-Show
der Oriswiss 2008 geübt - aber dann die CD zu Hause
vergessen…
Ich war also gezwungen, auf der Show-Bühne vor versammeltem Publikum mein
Zimbel-Improvisations-Debüt zu geben – glücklicherweise zu einer
Musik, die ich gut kannte. Dank dem vorherigen monatelangen Üben klappte
das sogar ganz gut, wie man auf
diesem Video sehen kann.
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Damit war mein Zimbel-Eifer dann erst recht geweckt. Denn das Schöne am
Zimbeln ist, dass es zwar viel Übung braucht, aber die Resultate dann auch
wirklich kommen. Und je besser man zimbeln kann, umso mehr Spass macht es!
Seit einiger Zeit unterrichte ich auch Zimbel-Workshops. Während ich diese
anfangs oft für nur wenige Interessierte quasi zum Selbstkostenpreis gab,
werden die Klassen nun langsam immer grösser. Was mir zeigt, dass ich auf
dem richtigen Weg bin - und ich gebe nicht auf! |
Darum hier ein paar Argumente für’s Zimbeln …
- Zimbeln sind eine traditionelle musikalische Begleitung Orientalischer
Tänzerinnen. Auf alten Fotos sieht man die Tänzerinnen
meist mit Zimbeln an den Fingern. Anstatt also weitherum nach
exotischen, neuartigen Fantasy-Tanz-Accessoires zu suchen, könnte
man sich auf eine uralte Tradition besinnen!
- Zimbeln geben dem Tanz eine weitere Dimension und Ausdrucksmöglichkeit.
Man kann die Musik begleiten, Bewegungen akzentuieren – ja
manchmal sieht man sogar Tänzerinnen nur zur Begleitung
ihrer eigenen Zimbeln tanzen.
- Zuschauer lieben zimbeln! Ob es nun „Fachpublikum“ ist
oder die Gäste in einem Restaurant oder an einer Privatfeier – wenn
eine Tänzerin zum tanzen noch zimbelt, sind immer alle beeindruckt.
- Zimbeltanz ist exzellentes Gehirntraining und schult die Koordination.
- Wenn mal die Stereoanlage ausfällt, hat man immer noch
die eigenen Musikinstrumente dabei.
- Zimbeln fördert das Musik- und Rhythmusverständnis.
Und hier noch ein paar Anti-Zimbel Argumente und was ich dazu
zu sagen habe…
Zimbeln ist nur etwas für Fortgeschrittene und furchtbar
schwierig.
Alles, was man nicht kann, ist zuerst schwierig. Aber zimbeln lässt sich
recht einfach erlernen, alles was es braucht ist ein wenig Durchhaltewillen.
Und auch fortgeschrittene Tänzerinnen haben irgendwann mal anfangen müssen!
Je früher man damit beginnt, umso besser. Wieviele Tänzerinnen seufzen
heutzutags: „Hätte ich doch schon früher mit Zimbeln begonnen!“
Ich weiss nicht, wo ich zimbeln lernen kann.
Am einfachsten ist es natürlich im Unterricht mit einer Lehrerin, die auch
gleich Rückmeldungen und Tipps geben kann. Einerseits im regelmässigen
Unterricht oder in Workshops (zum Beispiel bei mir!). Frag Deine Lehrerin, ob
sie Zimbeln unterrichtet oder jemanden kennt.
Ausserdem gibt es verschiedene Unterrichts-Videos und -CDs für Zimbeln,
siehe meine Link-Liste unten.
Ich weiss nicht, was ich für Zimbeln kaufen soll.
Interessanterweise sind die meisten von uns bereit, viel Geld für hübsche
Hüfttücher und Kostüme auszugeben, aber bei den Zimbeln werden
wir knausrig…
Sorry meine Lieben, aber die 10-Franken Basaarzimbeln werden Euch nicht glücklich
machen. Meist haben sie nur ein Loch für das Gummiband und wackeln darum
am Finger, so dass man sie kaum richtig schlagen kann. Vom ohrenbeleidigenden
Klang gar nicht zu sprechen!
Gute Zimbeln kosten nicht mehr als ein schönes Hüfttuch, halten aber
oft länger! Zimbeln sollten einen langanhaltenden, reinen Klang haben und
alle 4 sollten auf den gleichen Ton gestimmt sein.
Am besten kauft Ihr Euch mittelgrosse Zimbeln von Saroyan oder Turqoise (Bezugsquellen
siehe unten).
Diese haben einen schönen Klang und gutes Material. |
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Ich weiss nicht, was ich üben soll.
Einfache Zimbelmuster genügen völlig, um die Hände zu trainieren.
Zum Beispiel: rechts-links-rechts-links / re-li-re li-re-li / re-re-li-li
Langsam das Tempo steigern. Die Musik dazu ist egal, man kann auch einfach das
Radio laufen lassen und zimbeln zu was immer grad kommt. Wichtig: IMMER mit Musik üben
und immer in Bewegung bleiben (ganz einfach Tanzbewegungen oder auch nur im Kreis
gehen, ebenfalls im Rhythmus natürlich!)
Auch daran denken: von Anfang an eine gute Armhaltung angewöhnen, keine "Chicken-Wings" beim
zimbeln!
Ich kann nicht üben zu Hause, weil meine Katze
/ mein Mann / meine Kinder so lärmempfindlich sind.
Meine Antwort: Zimbelschoner! Man kann ganz einfach kleine Socken über die
Zimbeln ziehen (eine pro Hand reicht). Wer es schicker möchte, häkelt
sich Zimbelschoner. Aber auch das Abdecken mit einem dicken Pflaster wirkt.
Ich kann nicht üben, weil ich keine Zeit habe.
Nur schon 10 Minuten pro Tag genügt. Wenig ist besser als gar nichts. Das
Gehirn und die Hände sollten sich daran gewöhnen, dass die Finger im
Rhythmus bewegt werden. |
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Zimbeln üben ist mühsam.
Ja, leider gibt es keinen Zaubertrank, mit dem man von einem auf den andern Tag
zur Zimbelgöttin wird. Aber wer dran bleibt, wird schon sehr bald erste
Erfolgserlebnisse haben! Üben, üben, üben…
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