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In
London findet zweimal jährlich das FANTASIA Festival statt,
organisiert von JWAAD
(Josephine Wise Academy of Arabic Dance). Im Mai 2002 wurde ich
eingeladen, um dort aufzutreten und Workshops zu unterrichten. Da
man im deutschsprachigen Raum recht wenig von der britische Tanzszene
hört, möchte ich Euch meine Erlebnisse natürlich
nicht vorenthalten.
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Wo
ist mein Geld geblieben?
Erst
mal vorweg: London ist teuer! Angefangen beim Hotel über
Verpflegung, Museumseintritte bis zum allgemeinen Shopping.
Die Preise sind mindestens auf Schweizer Niveau, wenn nicht
höher. Dazu kommt die grosse Auswahl an Dingen, die man
hier nicht bekommt... Kurz, meine Kreditkarte ist beinahe
explodiert!
Die
billigsten zwei Tage waren diejenigen, die ich am Festival
verbracht habe! Natürlich gab es auch hier am Souk viel
zu kaufen - ca. 20 Anbieter aus dem ganzen Land boten ihre
Ware feil. Da ich aber im Februar gerade in Kairo
gewesen war, war die Versuchung hier nicht so gross. Das Angebot
erstreckte sich über Kostüme und Accessoires aus
Ägypten, Syrien, Indien und der Türkei sowie CDs,
Videos etc.
Im
Gegensatz zu anderen Jahren waren die Stände nicht in
einer grossen Halle sondern in verschiedenen kleineren Räumen,
verteilt auf 3 Stockwerke untergebracht. So fanden sich jeweils
2 - 3 Anbieter in einem Raum.
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Übrigens:
In ganz London (7 Millionen Einwohner) gibt es kein einziges Geschäft,
das sich auf Orientalischen Tanz spezialisiert hat! Überhaupt
arbeiten alle der befragten Aussteller über Versand (Internet)
und als Wanderbasare.
Workshops
Ein
wichtiger Teil der grossen Festivals ist die grosse Palette an verschiedenen
Workshop-Themen. Wo ich nun schon mal da war, liess ich es mir nicht
nehmen, auch noch etwas Neues zu lernen. Die "kleinste"
Klasse, die ich an diesem Wochenende gesehen habe, bestand übrigens
aus 16 Schülerinnen - die Grenze nach oben war fast offen.
Tänzerinnen kommen aus dem ganzen Land und auch aus Irland
an dieses Festival.
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Den
ersten Workshop nahm ich bei Khaled Mahmoud, einem Ägypter,
der in Grossbritannien lebt. Er ist ein Schüler von Ibrahim
Akef.
Zu
seinen Spezialitäten gehören u.a. sehr scharfe,
kleine Hüftdrops und Akzente auf dem Standbein. Neben
mir waren noch ca. 40 Frauen in diesem Kurs! Er wurde daher
im grossen Theatersaal durchgeführt, und wir tanzten
meist in einem grossen Kreis.
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Den
zweiten Workshop unterrichtete Galit, eine Israelin und Mitglied
von Jo Wise's Tanzgruppe. "Shisha-Dance" war angesagt.
Bekannt ist diese etwas parodistische Nummer vor allem von
Fifi Abdu.
Neben
Tanzbewegungen zeigte uns Galit auch, wie man eine Wasserpfeife
zum laufen bringt - und als coolen Trick das Ausblasen des
Rauches aus einem Nasenloch. Sogar ich als überzeugte
Nichtraucherin wollte mir nicht nehmen lassen, das auszuprobieren!
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Ich
selbst unterrichtete am Sonntag zwei Workshops (Nagwa Fuad-Stil
und Ebenen), zu denen sich immerhin 24 rsp. 32 Schülerinnen
angemeldet hatten.
Nun
bin ich mir ja aus der Schweiz solche Riesenklassen nicht
gewohnt und hatte schon meine Bedenken, ob das gut geht. Der
Unterrichtsraum war jedoch sehr breit, sodass die Schülerinnen
nur in 3 Reihen standen und ich einfach die ganze Zeit hin
und her flitzte, damit alle etwas sehen konnten.
Hier
seht Ihr einen Teil der ersten Klasse.
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Um
von den einen Workshops zu den andern im Theatersaal zu kommen,
war eine kurze Wanderung nötig, die einige grad schon
mit Münzgürtel unternahmen...
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Gala-Show
Leider muss ich für eine persönliche Beurteilung
der Gala-Show noch auf's Video warten, da ich die meiste Zeit
hinter der Bühne verbracht habe... Bis dahin kann ich
Euch aber die Meinung einiger anderer ZuschauerInnen weitergeben.
Die
Programmpunkte der Show waren sehr abwechslungsreich, wobei
die im deutschsprachigen Raum so beliebten "spanisch-arabischen"
Tänze fehlten. Dafür wurden verschiedene Stile wie
modern orientalisch, Baladi, marokkanisch und ein türkischer
Kerzentanz geboten. Ausserdem zeigte die Masriat Dance Company
eine orientalische Fantasie und einen Stocktanz der humoristischen
Art.
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Die
Tänzerinnen waren in verschiedenen Altersklassen, Niveaus
und Kleidergrössen angesiedelt. Gerade die gewichtigeren
Frauen zeigten, dass ein ausdrucksvollen Tanz die Figur unwichtig
scheinen lässt.
Auch
Khaled Mahmoud hatte einen Auftritt, der sehr gelobt wurde.
Umziehen
konnten wir uns übrigens im Fitness-Studio, das im gleichen
Gebäude wie der Theatersaal untergebracht war.
Selten
hatte ich soviel Platz, Licht und Spiegel an einer Tanzshow!
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After-Party
Nach der Show war noch lange nicht Schluss! Kaum ging das
Licht im Saal an, sah man es allerorten glitzern! Das Publikum
hatte sich schon fast so aufgebretzelt wie die Tänzerinnen
auf der Bühne - und jetzt stürmte alles in die Bar,
wor eine ägyptische Live-Band zum Tanz aufspielte.
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Trotz
dem drohenden Bankrott hat sich die Reise nach London sehr
gelohnt. Ich habe viele nette Leute kennengelernt und auch
einiges gelernt. Ich werd wohl langsam Festival-süchtig...
Ein
ausführlicherer Bericht über dieses Festival erschien
in der Halima
Fachzeitschrift.
England
Grossbritannien englisch
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