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Wenn
ich jemandem erzähle, dass ich Bharata Natyam lerne, bekomme
ich immer wieder Reaktionen und Meinungen wie:
"Das
ist doch furchtbar schwierig!"
"Da macht man so mit den Händen."
"Für jede Bewegung muss man ein Jahr lang üben."
"Man muss schon als kleines Kind anfangen."
"Es werden Geschichten erzählt."
Also,
ich sag Euch jetzt wie's wirklich ist.
"Das
ist doch furchtbar schwierig!"
Ja,
Indischer Tanz ist anspruchsvoll. Aber nicht unerreichbar!
"Da
macht man so mit den Händen."
Genauso
wie "Bauchtanz" nicht nur mit dem Bauch, sondern mit dem ganzen
Körper getanzt wird, besteht auch Bharata Natyam aus mehr als
ein paar hübschen Handstellungen. Es wird sehr viel mit den
Füssen und Beinen gearbeitet, es gibt z.B. Schrittkombination,
Hüpfer und rhythmisches Stampfen. Dazu kommen die Haltung des
Torso, verschiedene Armposition und Kopfstellung sowie natürlich
der Ausdruck.
"Für
jede Bewegung muss man ein Jahr lang üben."
Da
würde wohl kaum jemand dabei bleiben... Tatsache ist, dass
wir in unserer Klasse erst ein Jahr lang die Technik erlernt haben,
bevor es an's "richtige" Tanzen ging. Aber natürlich wird die
Grundtechnik wie in allen anderen Disziplinen auch immer wieder
geübt. Die Bewegungen sind je nach Schule in verschiedene Gruppen
aufgeteilt. Bei uns sind es 13 Gruppen mit 4 bis 6 Bewegungsabläufen.
Das fängt an mit einfachem Stampfen und geht dann weiter zu
komplizierteren Mustern. Aus diesen Bewegungen werden dann quasi
die Tänze wie ein Puzzle zusammengesetzt.
"Man
muss schon als kleines Kind anfangen."
In
Indien und Sri Lanka werden Kinder in den Tanzunterricht geschickt,
wie wir hier in die Blockflötenstunde. Kaum jemand von uns
ist deswegen heute noch ein Blockflötenvirtuose... Genauso
hören viele der Kinder wieder auf zu tanzen, wenn sie grösser
werden.
Natürlich ist es immer leichter, schon in jungen Jahren etwas
zu erlernen. Es ist aber durchaus auch möglich, später
anzufangen. Voraussetzung für Bharata Natyam ist lediglich
tänzerisches Talent und eine gewisse körperliche und geistige
Fitness.
"Es
werden Geschichten erzählt."
Es
gibt zwei Tanzformen, die je nachdem einzeln oder kombiniert aufgeführt
werden: erzählender und "reiner" Tanz. Im erzählenden
Tanz wird der Text eines Liedes interpretiert und mit Gestik und
Mimik zum Ausdruck gebracht. Im reinen Tanz haben die Handgesten
eine dekorative Funktion.
Hast
Du noch eine Frage zu Bharata Natyam, die Du gerne erklärt
hättest? Schreib mir einfach!
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