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In
den letzten Jahren habe ich begonnen, die Stile der grossen Star-Tänzerinnen
in der orientalischen Welt zu analysieren und biete meine
Erkenntnisse auf diesem Gebiet in Workshops an, die immer wieder
gerne
gebucht werden. Letzthin wurde ich gebeten, einmal meine Beweggründe
und
Philosophie zu diesen Kursen zu erläutern, was ich hier gerne
tun möchte.
Was
können wir von den grossen Stars lernen?
Wir
lernen einen bestimmten Tanzstil immer durch Imitation. Schon
wenn wir "frei" in der Disco tanzen, sind wir unbewusst
oder bewusst beeinflusst davon,
was wir bei unseren Freundinnen und Kollegen oder den tanzenden
Stars auf MTV gesehen haben.
Im
Orientalischen Tanz sind die Vorbilder meist zuerst einmal unsere
TanzlehrerInnen, die uns die Bewegungen beibringen und
auch erklären – was
natürlich ein entscheidender Vorteil ist, denn so können
wir zurückfragen,
wenn wir etwas nicht verstehen rsp. sie können uns korrigieren,
um die
Bewegungen zu verbessern.
Beim
Studium der Star-Tänzerinnen sind wir vor allem auf Videos
angewiesen, denn auch die noch aktiven Tänzerinnen aus
Ägypten oder dem Libanon sind nur selten im Westen, um Workshops
zu geben. Hier
werden die Tanzbewegungen abgeschaut, wozu man etwas Übung
braucht, um
Bewegungsansätze usw. heraussehen zu können. Ausserdem
sind die Kamerawinkel
nicht immer günstig. Oft ist es recht frustrierend, wenn
die
Kamera ausgerechnet dann den Oberkörper der Tänzerin
zeigt, wenn sie gerade Hüftshimmies
macht... Es besteht auch die Gefahr, dass man schlechte
Angewohnheiten
kopiert (viele Tänzerinnen sind sehr einseitig) oder Manierismen
abschaut,
die an einem selber eher seltsam aussehen.
Auf
alle Fälle geht es grundsätzlich nicht darum, eine
Kopie einer
bestimmten Tänzerin zu werden, sondern das eigene Repertoire
zu erweitern.
Vorgehen
Für
mich ist das Wichtigste, um den Stil einer Tänzerin zu erfassen,
zuerst einmal die Arm- und Handbewegungen. Denn mit den Armen
drücken wir unsere Persönlichkeit aus. Die meisten
Tänzerinnen kann man auch auf unscharfen
Fotos schon an ihrer Armhaltung erkennen.
Dann
studiere ich ihren Einsatz von innerkörperlichen Bewegungen,
ihre Schritte und Drehungen, die Art wie sie den Bühnenraum
ausnutzt, wie sie Akzente rsp. Taqsims umsetzt, ihren Gesichtsausdruck,
welche Accessoires sie
wie einsetzt und was sonst noch alles zu einer Tanzdarbietung gehört.
Dies ist natürlich recht zeitintensiv; oft sehe ich mir die gleichen paar
Minuten Tanz dutzende Male hintereinander an, um einen bestimmten Bewegungsablauf
zu
analysieren.
Es
ist auch sehr nützlich, den sozialen Hintergrund einer Tänzerin
zu kennen. Aus was für einer Familie kommt sie, wie lebt
sie, welche künstlerische Vision hat sie usw...
Unterricht
Für
den Unterricht stelle ich eine möglichst abwechslungsreiche
Auswahl an besonders typischen Bewegungen der entsprechenden
Tänzerin zusammen. Diese werden dann gedrillt, um
den Körper mit den neuen Bewegungsabläufen bekannt
zu machen. Manchmal unterrichte ich auch eine Choreografie,
so werden die Bewegungen automatisch oft wiederholt.
Meist
merkt man nach einigem üben sehr schnell, welche Bewegungen
einer Tänzerin einem liegen – und diese wird
man dann ins eigene Repertoireü bernehmen, andere
entsprechen dem eigenen Tanzcharakter weniger, diese wird
man weglassen.
Bisherige
Workshops:
- Technik
von Amani, Nagwa Fuad, Suheir Zaki - ZeoT, Zürich
/ Studio Isis, Bern
- Choreografie
Naima Akef, "Tamra Henna" - ZeoT, Zürich
- Technik
Nagwa Fuad - Fantasia Festival, London
- Choreografie
Asena, "Wardah" - Studio Nadia Tzimos, Graz
/ Magedansfestival, Oslo
- Technik
Amani - Studio Samar, München
- Technik
Nagwa Fuad + Choreografie Dina, "Tahtill Shibbak" -
Ciçek Pasaj, Montréal
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MEISSOUN im Stil von Amani |
Starstile
auf der Bühne
Ich
selbst gehe ab und zu mit Tanznummern auf die Bühne,
wo ich – mit entsprechenden Kostümen und Musik – Choreografien
tanze, die ganz im Stil einer bestimmten Tänzerin gehalten
sind. Dies ist immer eine besondere
Herausforderung für mich und beinhaltet auch, dass ich mir vor so einem
Auftritt neben dem Üben der Choreo auch noch einmal stundenlang die Videos
dieser Tänzerinnen ansehe. Dabei kommt mir sicher auch zugute, dass ich
ein gewisses schauspielerisches Talent habe, das ich bei dieser Gelegenheit
ausleben kann.
Diese
Tanznummern sind immer choreografiert, denn wenn ich improvisieren
würde, wäre ich automatisch wieder "ich selbst".
Manchmal stelle ich die Bewegungen aus der entsprechenden
Palette der jeweiligen Tänzerin frei zusammen, manchmal
halte ich mich aber auch an besonders populäre Interpretationen,
so wie sie die Tänzerinnen selbst präsentieren,
wie z.B. Tamra Henna, das im gleichnamigen Film von Naima
Akef getanzt wird oder Tahtill Shibbak, eines der Lieblingslieder
von Dina, das sie in fast jeder Tanzshow einbaut.
Bisherige
Auftritte:
- Suheir
Zaki, "Ya Amarti" - Expedition 02, ZeoT, Zürich
- Amani, "Amani
Al Hobb" - Bazar Oriental, Berlin / Studiofest Samar,
München
- Dina, "Tahtill
Shibbak" - Show Ciçek Pasaj, Montréal
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Was
ist typisch für welche Tänzerin?
Dina -
viel Spannung im ganzen Körper und in den Gliedern, viele
Bewegungen durch Torso-Muskulatur geführt, interessante
Akzente, viel
Ausdruck
Amani - raumergreifende Drehungen, weiche Arme, viel Dynamik,
Tanz in Absatzschuhen
Suheir
Zaki - Drehungen aus der Schulter geführt, viele Armhaltungen
im rechten Winkel, der "Suheir Zaki-Shritt" natürlich :-)
Weitere
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MEISSOUN im Stil von Suheir Zaki |
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